Es stand in der Zeitung Wie aus einem Türken mit Wohnsitz ein obdachloser Deutscher wurde

Von Peter Ch. Goetz, Ludwigshafen

Auf dem Berliner Platz, einem zentralen Platz in der Ludwigshafener-Innenstadt, wurde am letzten Mittwoch ein Polizist hinterrücks niedergestochen. Wie ein Augenzeuge berichtete, sei der Täter zwei Polizisten gefolgt. Plötzlich habe er ein Messer gezogen und zugestochen. Der Angreifer wurde daraufhin von einem der Polizisten in Notwehr angeschossen. Infolge der Schüsse verstarb der Attentäter noch am gleichen Tag in einer Ludwigshafener Klinik. Über das Motiv des Täters ist bisher nichts bekannt geworden. Staatsanwaltschaft und Polizei machten dazu keine Angaben.

Das verwunderliche an diesem Vorfall war, dass sowohl die regionalen als auch die überregionalen Medien umgehend und durch die Bank von einem Wohnsitzlosen oder einem obdachlosen deutschen Täter berichteten. Wie sich jedoch bald herausstellte, war der Obdachlose überhaupt kein solcher. Es handelte sich vielmehr um einen 42jährigen Türken mit Wohnsitz in Ludwigshafen Hemshof. In den Gaststätten rund um den Berliner Platz war er sehr wohl bekannt.

Jetzt hätte man erwarten können, dass die Medien ihre Falschmeldung korrigieren und die Tatsachen richtigstellen würde. Aber nichts geschah. Ist den Redaktionen nicht bewusst, dass in Zeiten des Internet das Meiste ans Tageslicht kommt, und jede aufgedeckte Falschmeldung zu einem weiteren Verfall der medialen Glaubwürdigkeit führt? Warum gibt es keine Richtigstellung?

Die Medien müssen sich jetzt solche Fragen gefallen lassen, und trotzdem erwartet kaum noch jemand, dass sie beantwortet werden. Leider.

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